Rezept zur Vorbereitung auf Gerichtsverfahren - mit einem Geierauge

Aus Artesliteratur
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Rezept zur Vorbereitung auf ein Gerichtsverfahren mithilfe eines Geierauges.

Text

Salzburg, Universitätsbibl., Cod. M III 3

Rheinfränkisch, 3. Viertel 15. Jahrhundert[1]

Diplomatische Transkription

Von gericht: So dü din ſelbe
ſorge haſt an dein geriͤcht So ha-
be einſʒ gẏren auge bÿ dir dü ſcheẏ-
deſt mit eren von dannen vn<d> ſchaf-
feſt dannoch din ding nach allem
dinem willen etc.

Leseversion

Von gericht: So dü din selbe sorge hast an dein geriͤcht, so habe einsz gẏren auge bÿ dir. Dü scheẏdest mit eren von dannen vnd schaffest dannoch din ding nach allem dinem willen etc.

Kommentar

Vorlage dieses Rezeptes ist der altdeutsche 'Geiertraktat'[2], dessen Wortlaut noch klar erkennbar ist.[3] In der Handschrift Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 214 ('Speyrer Arzneibuch')[4] lautet der entsprechende Abschnitt auf fol. 50r: heſt du ſorge ʒvͦ kein tegedingen ſo trage dc ſelbe ovge bi dir dv ſcheideſt mit eren dannen[5].

Fußnoten

  1. Anna Jungreithmayr unter Mitarbeit von Josef Feldner und Peter H. Pascher, Die deutschen Handschriften des Mittelalters der Universitätsbibliothek Salzburg (Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse, Denkschriften 196; Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters III,2), Wien 1988, S. 193-209.
  2. Joachim Stürmer / Gundolf Keil, 'Geiertraktat', in: 2VL 2 (1980), Sp. 1137-1140 + 2VL 11 (2004), Sp. 502.
  3. Für den Hinweis auf diesen Text danke ich Thomas Bein (RWTH Aachen).
  4. Digitalisat und wissenschaftliche Beschreibung: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg214.
  5. Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 214, fol. 50r: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg214/0103.


Datei:Rezepte zur Vorbereitung auf Gerichtsverfahren.pdf

Marco Heiles