Buch von den Falken, Habichten, Sperbern, Pferden und Hunden

Aus Artesliteratur
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Stiftskirche Tübingen, Grablege Ludwig I. von Württemberg und seiner Ehefrau Mechthild von der Pfalz, Tochter Ludwig III. von der Pfalz (By Mogadir - Own work, lizensiert unter: CC BY-SA 3.0) https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29387984

Das Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden wurde um 1440 von Heinrich Münsinger verfasst. Es handelt sich nach Werner Ernesti um die zweite deutschsprachige Übertragung von Teilen des von Albertus Magnus verfassten Werkes De animalibus (vgl. Lindner 1962: 76). Inhaltlich wird neben der Natur, Abrichtung und Haltung der behandelten Tierarten insbesondere auch deren Heilung und Pflege beschrieben. In der Übertragung Münsingers stehen dabei die Praxis und der alltagspraktische Gebrauch im Vordergrund (vgl. Müller 1994: 166).

Heinrich Münsinger widmete sein Werk Ludwig I. dem Grauen von Württemberg (1412-1450), der durch seine Heirat mit Mechthild von der Pfalz (1419-1482) im Jahre 1436 der Schwiegersohn des Kurfürsten Ludwig III. von der Pfalz (1378-1436) war. Bei Letzterem hatte Heinrich Münsinger seit 1428 eine Anstellung als Leibarzt inne (vgl. Müller 1994: 122). Das Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden erfuhr im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts die größte Beliebtheit, schaffte den Sprung in die Drucktradition allerdings nicht und hat daher keinen großen Einfluss auf die deutsche Jagdliteratur der nachfolgenden Zeit ausgeübt (vgl. Lindner 1962: 118f.).

Inhaltsverzeichnis

Das Verhältnis zur Vorlage: Albertus Magnus' De animalibus

Albertus Magnus verfasste sein 26 Bücher umfassendes Werk De animalibus vermutlich über mehrere Jahrzehnte hinweg. In der Forschung herrscht keine Einigkeit über die genaue Zeitspanne der Abfassung des Werkes. Seine Vollendung wird um 1270/71 vermutet, Lindner geht allerdings davon aus, dass der Hauptteil bereits in den 1250er Jahren fertiggestellt war (vgl. Lindner 1962: 13). Albertus' Werk geht unter anderem auf Aristoteles' Historia animalum (vgl. Lindner 1962: 10) sowie weitere mittelalterliche jagd- und naturgeschichtliche Texte zurück (vgl. Müller 1994: 122).

Münsingers deutschsprachige Teilübertragung im Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden bezieht sich dabei zum einen auf das Buch XXII des Werkes De animalibus, aus dem die Passagen zu den Hunden und Pferden stammen. Zum anderen bezieht es sich auf das Buch XXIII, dem die Abschnitte über die Beizvögel entnommen sind (vgl. Müller 1994: 122). Im Unterschied zu Albertus' in der gelehrten lateinischen Schrifttradition stehenden Werk De animalibus, das ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis aufweist, handelt es sich bei Münsingers Buch um eine volkssprachliche Aufbereitung der Lehren des Albertus, die sich gezielt an Praktiker wendet. Aus diesem Grund diente Albertus' lateinisches Werk Heinrich Münsinger häufig nur als Ausgangspunkt seiner recht selbständigen Darstellungen (vgl. Müller 1994: 152).

Verfasser und Entstehung

Stiftskirche Neustadt an der Weinstrasse, Chordecke, Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz, Dienstherr Heinrich Münsingers (lizensiert unter: CC0 1.0) https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10291630

Heinrich Münsinger stammte aus dem Zollern-Hohenbergschen Dienstmannengeschlecht der Kröwel von Frundeck, das 1389 seinen Stammsitz, die Burg Frundeck in Ahldorf, verlor und zehn Jahre später den Adelstitel ablegte. Heinrich Münsinger wurde um 1397 als Sohn des verarmten Edelmanns Hans Kröwel von Münsingen geboren. Ab 1413 war er in Heidelberg immatrikuliert und erlangte dort 1417 den Grad des Magister artium. Kurz darauf trat er in die Dienste des Kurfürsten Ludwig III. ein und begann im Jahr 1421 auf dessen Ansinnen und Kosten ein Medizinstudium an der Universität Padua, das er 1425 mit dem Erwerb des medizinischen Doktorgrades abschloss. Ab 1428 hatte er eine Anstellung als Leibarzt bei Ludwig III. und nach dessen Tod bei seinem Sohn Friedrich I. (1425-1476) inne. Heinrich Münsinger starb um 1476 etwa achtzigjährig (vgl. Keil 1992: 783f). Als Arzt scheint er einen bedeutenden Ruf gehabt und ein hohes Ansehen am Heidelberger Hof genossen zu haben (vgl. Lindner 1962: 69). Neben seiner ärztlichen Tätigkeit wirkte er als Schreiber und Kompilator von medizinischen Fachtexten, zu denen auch sein um 1440 entstandenes Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden zählt. Als Leibarzt, der sowohl über schriftsprachlich-gelehrte als auch praktische Kompetenzen verfügte (vgl. Müller 1994: 147), „gelang [ihm] eine gefällige und zuverlässige Übertragung der jagd- und roßheilkundlichen Abschnitte aus dem ‚Tierbuch‘ des Albertus Magnus“ (Keil 1992: 788). Münsingers Werk wurde bis ins ausgehende 16. Jh. rezipiert und fand eine weite Verbreitung in Ober- und Mitteldeutschland (vgl. Keil 1992: 788). Durch die Handschrift H, die dem römisch-deutschen König Maximilian I. (1459-1518) gewidmet ist, kann davon ausgegangen werden, dass Münsingers Werk auch an dessen Hof bekannt war (vgl. Backes 1992: 119).

Aufbau und Inhalt

Heinrich Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden ist in vier Teile gegliedert: Die beiden ersten Teile beschäftigen sich mit Beizvögeln. Dabei handelt der erste Teil von Falken und der zweite von Habichten und Sperbern. Im dritten Teil geht es um Pferde, der vierte befasst sich mit Hunden. Die einzelnen Teile des Buches sind in Kapitel unterteilt, die weitere Unterkapitel aufweisen.

Der erste Teil über Falken weist neun, in einigen Fällen statt der angekündigten neun nur acht Kapitel auf. Die Kapitel befassen sich dabei mit folgenden Themen: Im ersten Kapitel wird das Verhältnis von Name und Sache behandelt. Im zweiten Kapitel geht es um die gemeinsamen Eigenschaften aller Falken. Die Kapitel drei bis fünf behandeln die verschiedenen Falkenarten: die edeln, die vnedeln und die vermischten falcken. Das sechste Kapitel befasst sich mit ihrer Zähmung und Abrichtung zur Beizjagd. Das siebte Kapitel thematisiert ihre Ernährung und Pflege. Die Kapitel acht und neun behandeln ihre Krankheiten und deren Therapien. Kapitel acht bezieht sich dabei auf den Falkner König Rogers II. von Cecilien, wohingegen das neunte Kapitel sich auf den Falkner Kaiser Friedrich II. beruft. In einigen Handschriften werden die Therapievorschläge der beiden Falkner auch in einem Kapitel zusammengefasst (vgl. Müller 1994: 152f).

Der zweite Teil über Habichte und Sperber gliedert sich in sechs Kapitel, die sich mit den folgenden Themen befassen: Im ersten Kapitel geht es um die Eigenschaften von Habichten und Sperbern, das zweite Kapitel behandelt ihre Abrichtung zur Beizjagd. Die letzten vier Kapitel befassen sich mit ihren Krankheiten und deren Therapien (vgl. Müller 1994: 153).

Die beiden letzten Teile des Werkes weisen weniger Kapitel auf: Der dritte Teil über Pferde gliedert sich in zwei Kapitel: Das erste Kapitel beschäftigt sich mit den Arten und Eigenschaften von Pferden sowie ihrer Fütterung, das zweite Kapitel befasst sich mit der Therapie von Pferdekrankheiten (vgl. Müller 1994: 154). Zusätzlich weisen einige Handschriften nach dem hippiatrischen Teil ein Register auf.

Der vierte Teil über Hunde ist in drei Kapitel unterteilt. Das erste Kapitel handelt von den Eigenschaften der Hunde, das zweite Kapitel befasst sich mit den Unterschieden zwischen edlen und vnedlen Hunden. Das dritte Kapitel behandelt ihre Krankheiten und deren Therapien (vgl. Müller 1994: 154).

Überlieferung

Heinrich Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden ist in elf Handschriften überliefert. Dabei sind in sieben Handschriften alle vier Kapitel überliefert, wobei die Qualität des Textes allerdings sehr stark schwankt und er in einigen Fällen nicht vollständig überliefert ist. In den Handschriften J, K und L ist nur der hippiatrische Teil des Buches überliefert. In der Handschrift E hingegen sind alle Teile außer dem hippiatrischen Teil überliefert. Die folgende Übersicht zu den elf Handschriften folgt den von Lindner vergebenen Siglen für die einzelnen Überlieferungsträger (vgl. Linder 1962: 79f).

A Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. Pal. germ. 247, fol. 1r – 86r

Handschrift A: UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 247, fol. 1r (lizensiert unter CC0 1.0) https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg247

Handschrift A (um 1460, schwäb. Sprache, unbek. Schreiber) überliefert ausschließlich Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Lindner ist der Ansicht, dass "es sich bei ihr nur um eine, wenn auch dem Original sehr nahestehende Abschrift handelt" (Lindner 1962: 80).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/10373
Digitalisat https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg247

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße 29 x 20,5 cm
Schriftraum 21-21,5 x 12,5 cm
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen 26-30
Entstehungszeit um 1460 (Miller/Zimmermann 2005: 235)
Entstehungsort Schwaben (Miller/Zimmermann 2005: 235)
Schreibsprache schwäbisch (Miller/Zimmermann 2005: 235)
Schreiber/Hände eine Hand
Schrift Bastarda (Miller/Zimmermann 2005: 235)
Seitenumfang fol. 1r-86r
Version / Fassung A (nach Lindner 1962: 79)
Kolophon -
Bibliothekstitel (16. Jh.) Das Federspiel zu beraytten

(fol. 1r, 1)

Titel Hie hebett ſich an das buch von

den falcken hebichen Sperbern

pferden vnd hunden

(fol. 1r, 2-4)

Incipit Hoch geborner gnediger lieber herre / Als

uwer gnade / die von angeborner arte zu

adelichen dingen / vnd zu allen dem / das

den adel gezieren mag / furtrefflichen ge =

neiget / iſt […]

(fol. 1r, 5-9)

Explicit […] vnd da mit hat auch ein ende der

vierd teyl diſz buchs vnd da mit das gancz buch

das gemacht hat meiſter hainrich munſinger

Doctor in der ercznye Dem wolgebornen herren

ludwig Grauen zu wirtenberg etc. Deo gratias

(fol. 86r, 1-5)

Widmung An Graf Ludwig I. von Württemberg (1412-1450),

Schwiegersohn Ludwig III. von der Pfalz (1378-1436),

in dessen Diensten Münsinger stand (vgl. fol. 86r, siehe Explicit)

gedruckte Edition Lindner 1962: 9-150
digitale Edition Link folgt

B Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. Pal. germ. 281, fol. 1r – 110v

Handschrift B: UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 281, fol. 1r (lizensiert unter CC0 1.0) https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg281

Handschrift B (Ende 15. Jh./Anfang 16. Jh., bair., unbek. Schreiber) überliefert alle Teile des Bůchs von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Innerhalb der Handschrift sind noch weitere Texte tradiert, die dem Bereich der Pferdeheilkunde zugeordnet werden können. Der Text von Handschrift B weist häufige Auslassungen auf. Zudem liegt in der Handschrift B eine interne Umgruppierung der einzelnen Teile vor: Der hippiatrische Teil, der in der Regel den dritten Teil des Buches darstellt, wird hier an die letzte Stelle gesetzt. Hinzu kommt, dass zwischen ihn und die anderen Teile des Münsingerschen Buches, ein zusätzliches Kapitel eingeschoben ist, das die Lehre von den Zeichen des Hirsches überliefert. Lindner sieht darin und in dem Umstand, dass der hippiatrische Teil von einem Register beschlossen wird, die Andeutung der Verselbständigung des hippiatrischen Teils des Bůchs von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden (vgl. Lindner 1962: 80f).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/10378
Digitalisat https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg281

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße 31,3 x 22 cm
Schriftraum 14,5-15,5 x 24-25,5 cm
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen 21-26
Entstehungszeit um 1480 (Linder 1962: 79), nach 1508 (Miller/Zimmermann 2005: 382)
Entstehungsort Heidelberg (?) (Miller/Zimmermann 2005: 382)
Schreibsprache bairisch (Miller/Zimmermann 2005: 383)
Schreiber/Hände eine Hand, tlw. Korrekturen einer zweiten Hand
Schrift Deutsche Kursive des 16. Jh. (Miller/Zimmermann 2005: 382)
Seitenumfang fol. 1r-110v
Version / Fassung B (nach: Lindner 1962: 79)
Kolophon -
Titel -
Incipit Hochgeborner genediger lieber herr / Als genad eur

dj von angeborner art zu adenlichen dingen / vnd zu

allem das den adel geziren mag furtreffenlich geneigt

iſt […]

(fol. 1v, 1-4)

Explicit […] wan ein pferdt zu Rech worden iſt

Fur das koern des pferds /

(fol. 110v, 2-4)

Mitüberlieferung fol. 1r-110v Heinrich Münsinger, Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden

(Lehre von den Zeichen des Hirsches, fol. 67r-76v)

fol. 111r-185v Anonyme Rossarzneien
186r-203r Hartmann von Stockheim, Rossarzneibuch
203v Human- und veterinärmedizinische Rezepte
gedruckte Edition -
digitale Edition Link folgt

C Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. cam. et oec. 4° 52, fol. 1r – 116r

Handschrift C: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Cod. cam. et oec. 4°52, fol. 1r (lizensiert unter CC0 1.0) http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz493409173/page/1

Handschrift C (60er Jahre 15. Jh., dt., unbek. Schreiber) überliefert ausschließlich Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Durch das Vertauschen zweier Lagen wurde die Handschrift falsch gebunden. Münsingers Buch ist hier nicht, wie in den meisten anderen Handschriften, Ludwig I. von Württemberg (1412-1450), sondern dessen Bruder Ulrich V. von Württemberg (1413-1480) gewidmet (vgl. Lindner 1962: 83). Lindner vermutet den Anlass dieser Umwidmung darin, dass bei der Herrschaftsteilung Württembergs im Jahre 1442, Waiblingen, das in der Einleitung des Buches als Ort der Auftragserteilung genannt wird, nicht mehr in Ludwigs I. Herrschaftsbereich, sondern in dem seines Bruders lag (vgl. Lindner 1962: 75f).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/25928
Digitalisat http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz493409173/page/1

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße -
Schriftraum -
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen 23-33
Entstehungszeit 60er Jahre 15. Jh. (Lindner 1962: 84)
Entstehungsort Süddeutschland (vgl. http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz493409173)
Schreibsprache folgt
Schreiber/Hände eine Hand
Schrift folgt
Seitenumfang fol. 1r-116r
Version / Fassung C (nach: Lindner 1962: 79)
Kolophon -
Titel Hie hebt ſich an das buch von

den falcken hebchen ſperbern

pferden vnd hunden

(fol. 1r, 1-3)

Incipit Hochgeborner gnediger lieber

her Alſz uwer gnad die von

angeborner arte zu adelichen

dingen vnd zu allem diem das den andel ge =

zyren mag fürtreffenlichen genayget iſt […]

(fol. 1r, 4-8)

Explicit […] Vnd dar

mit hat ouch ain ennd der tayl diß

buchß vnd da mit ouch das gancze

buche das gemacht hat Mayſter

hainrich münſinger doctor jn der er

cznye

Dem wolgebornen heren vnd

Grawen Ulrichen vii wirtenberg

Es ſind zway vnd ſind doch nit zway

Vnd werend die ſelben zway zway

So wer nichß etwaß

Ach got hett ich von jr ain ſalue

(fol. 116r, 12-22)

Widmung An Graf Ulrich V. von Württemberg (1413-1480), Bruder des Schwiegersohns Ludwig I. (1412-1450)

von Ludwig III. von der Pfalz (1378-1436), in dessen Diensten Münsinger stand (vgl. fol. 116r, siehe Explicit)

gedruckte Edition -
digitale Edition Link folgt

D Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. HB XI 51, S. 1 – 155

Handschrift D: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Cod. HB XI 51, S. 1 (lizensiert unter CC0 1.0) http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz510436773/page/1

Handschrift D (1473, dt., Berufsschreiberin Clara Hätzerlin) überliefert alle Teile des Bůchs von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Innerhalb der Handschrift sind noch weitere Texte mit rossarzneilichem Inhalt tradiert, die allerdings von einer anderen Hand aus späterer Zeit stammen (vgl. Lindner 1962: 84).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/14820
Digitalisat http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz510436773/page/1

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße 30,5 x 21 cm
Schriftraum 21,5 x 13 cm
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen 30-35
Entstehungszeit 1473 (vgl. Kolophon, S. 155)
Entstehungsort Augsburg (vgl. Kolophon, S. 155)
Schreibsprache folgt
Schreiber/Hände eine Schreiberin: Clara Hätzlerin (vgl. Kolophon, S. 155)
Schrift Bastarda (Buhl/Kurras 1969: 44)
Seitenumfang S. 1-155
Version / Fassung D (nach: Lindner 1962: 79)
Kolophon Clara Hätzlerin zu Augſpurg

Anno mclxxiii

(S. 155, 23-24)

Titel Hie hebt ſich an das puch von

den valcken habichen

Sperbern pfäriden vnd hunden

(S. 1, 1-2)

Incipit HOchgeporner gnädiger lieber herre

Als ewr gnade die von angeporner

artt zu adelichen dingen vnd zu

allem dem das den adel gezieren mag

fürtreffenlichen genaiget

iſt […]

(S. 1, 3-8)

Explicit […] vnd damit hat

auch ain end der viertayl diß puchs vnd damit

das gantz puch das gemacht hat Maiſter hain

rich Mynnſynger Doctor in der Ertzney dem

wolgepornen heren Ludwig Grawen zu

wirtenperg

(S. 155, 17-22)

Widmung An Graf Ludwig I. von Württemberg (1412-1450),

Schwiegersohn Ludwig III. von der Pfalz (1378-1436),

in dessen Diensten Münsinger stand (vgl. S. 155, siehe Explicit)

Mitüberlieferung S. 1-155 Heinrich Münsinger, Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden
S. 157 Anweisungen zum Gebrauch der dollwurz (15. Jh.)
S. 159 Inhaltsverzeichnis (17. Jh.)
S. 161-162 Rezepte für Pferdekrankheiten (17. Jh.)
gedruckte Edition Hassler, Konrad Dietrich (Hg.): Heinrich Mynsinger, Von den Falken, Pferden und Hunden, Stuttgart 1863.
digitale Edition Link folgt

E Darmstadt, Hessische Landes- und Hochschulbibliothek, Ms. 448, fol. 1r – 117r

Handschrift E (1466, mitteldt., Schreiber Johannes Glockener zu Ursel) überliefert ausschließlich Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Sie stellt allerdings nur einen Auszug des Münsingerschen Werkes dar, da der hippiatrische Teil hier nicht überliefert ist. Außerdem enthält sie als einzige Handschrift ein dem Vorwort nachgestelltes Gesamtregister (vgl. Lindner 1962: 85f).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/8607
Digitalisat -

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße 21 x 14,5 cm
Schriftraum 15 x 9 cm
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen 18-21
Entstehungszeit 1466 (vgl. fol. 117r)
Entstehungsort Süddeutschland (Staub/Sänger 1991: 41)
Schreibsprache mitteldeutsch (Staub/Sänger 1991: 41)
Schreiber/Hände ein Schreiber: Johannes Glockener zu Ursel (vgl. Kolophon, 117r)
Schrift Kursive (Staub/Sänger 1991: 41)
Seitenumfang fol. 1r-117r
Version / Fassung E (nach: Lindner 1962: 79)
Kolophon Anno domini milleſimo quadrin =

genteſimo Sepagesimo

ſexta poſt omnium ſanctorum

Johannes Glockener zu Ursel etc. hait

diß Buchelin geschrieben

(fol. 117r, 10-11)

Titel -
Incipit HOchgeborner

gnediger lieber

herre Als vwer

gnade die von

angeborner arte

zu adelichen dingen

vnd zu allem dem das den Adell

gezieren magk furtreffenlichen geneyget

iſt […]

(fol. 1r, 1-9)

Explicit Alſo hait diß buch ein ende

Got wolle vns von ſunden wende

lobe vnd ere ſij got geſeyt

vnd marien der reynen meyt

(fol. 117r, 3-6)

Widmung […] vnd damit daz gantz

buche daſz gemacht hait

Doctor Inn Arczenij etc. Dem

wolgebornen herren Ludewigk //

Grauen zu Wirtenbergk etc.

(fol. 116v/117r)


An Graf Ludwig I. von Württemberg (1412-1450),

Schwiegersohn Ludwig III. von der Pfalz (1378-1436),

in dessen Diensten Münsinger stand

Überlieferung Auszug: hippiatrischer Teil fehlt
gedruckte Edition -
digitale Edition Link folgt

F Halle/Saale, Marienbibliothek, Ms. 73, fol. 1r – 70r

Handschrift F (1473, dt., unbek. Schreiber) überliefert ausschließlich Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Besessen wurde die Handschrift von dem in Halle ansässigen Bibliophilen Georg von Selmenitz (1509-1578). Die Handschrift F überliefert alle Teile des Münsingerschen Buchs. Der Schreiber unterdrückte allerdings die letzten Zeilen mit dem Namen Münsingers und der Widmung an den Grafen Ludwig I. (1412-1450). Darüber hinaus ist sie eng mit der Handschrift G verwandt, die vermutlich eine Kopie der Handschrift F darstellt (vgl. Lindner 1962: 93).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/25926
Digitalisat -

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße -
Schriftraum -
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen 29-32
Entstehungszeit 1473 (vgl. Kolophon fol. 70r)
Entstehungsort -
Schreibsprache folgt
Schreiber/Hände eine Hand, Schreibernennung auf fol. 70r: A. H. D. B.
Schrift folgt
Seitenumfang fol. 1r-70r
Version / Fassung F (nach: Lindner 1962: 79)
Kolophon A. H. D. B. 1473 .8 Julij

(fol. 70r, 15)

Titel -
Incipit Hoch geborner gnediger lieber herre Als uwer gnad

die von angeborner arte zu adelichen dingen vnd zu allem

das den Adell gezieren mag treffenklichen geneiget

iſt […]

(fol. 1r, 1-4)

Explicit […] vnd dar myt hatt

auch eyn ende der vierde teil dis buches vnd dar mitte

das gancz buch (fol. 70r, 13-15)

gedruckte Edition -
digitale Edition Link folgt

G Halle, Marienbibliothek, Ms. 74, fol. 1r – 44r

Handschrift G (2. Hälfte 16. Jh., dt.) wurde vermutlich von dem in Halle ansässigen Bibliophilen Georg von Selmenitz (1509-1578) selbst geschrieben. Sie überliefert ausschließlich Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden, enthält allerdings nur ca. ein Drittel des Gesamttextes. Die Handschrift G ist eng mit der Handschrift F verwandt, da sie vermutlich eine Kopie der Handschrift F darstellt. Sie diente vermutlich als Handexemplar für den täglichen Gebrauch (vgl. Lindner 1962: 94f).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/25927
Digitalisat -

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße -
Schriftraum -
Spaltenzahl -
Zeilen -
Entstehungszeit 2. H. 16. Jh. (Lindner 1962: 79)
Entstehungsort -
Schreibsprache -
Schreiber/Hände eine Hand, vermutlich von Georg von Selmenitz angefertigte Teilabschrift der Handschrift F (Lindner 1962: 94)
Schrift folgt
Seitenumfang fol. 1r-44r
Version / Fassung G (nach: Lindner 1962: 79)
Kolophon -
Titel -
Incipit -
Explicit -
gedruckte Edition -
digitale Edition -

H Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 5213, fol. 1r – 84v

Handschrift H (spätestens 1508, bair.-österr.) überliefert ausschließlich Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Der Schreiber der Handschrift, Sebastian Ranck, gen. Greiff, nennt sich in der Einleitung des Buches selbst und ersetzt außerdem das Vorwort mit der Widmung an Ludwig I. (1412-1450) durch eine Widmung an den römisch-deutschen König Maximilian I. (1459-1519). Zudem unterließ er die Namensnennung Münsingers am Ende des Buchs und ließ 16 Kapitel entfallen, wobei der hippiatrische Teil des Münsingerschen Buches die stärkste Kürzung erfuhr (vgl. Lindner 1962: 95ff).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus -
Digitalisat http://data.onb.ac.at/rec/AC13950297

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße 21,2 x 15,2 cm
Schriftraum 15 x 9,5-10,2 cm
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen 24-29
Entstehungszeit spätestens 1508 (Menhard 1961: 1111)
Entstehungsort -
Schreibsprache bairisch-österreichisch (Menhard 1961: 1111)
Schreiber/Hände ein Schreiber: Sebastian Rank, gen. Greiff (vgl. fol. 1r)
Schrift gotische Eilschrift (Menhard 1961: 1111)
Seitenumfang fol. 1r-84v
Version / Fassung H (nach: Lindner 1962: 79)
Kolophon […] ich

Sebaſtianus Ranck den man nennt Greiff

(fol. 1r, 9-10)

Titel -
Incipit Dem Allerdurchleuchtigiſten vnnd Gros =

mächtigiſten furſten vnnd herrn, Hern

Maximilian Römischen Konig zu allen

zeiten […]

(fol. 1r, 1-4)

Explicit […] vnd da mit hat auch ain

Ennde der vierttail des puechs vnd dar

mit auch das gantz puech etc.

(fol. 84v, 24-26)

Widmung An Maximilian I. (1459-1518), römisch-deutscher König (vgl. fol. 1r, siehe Incipit)
gedruckte Edition -
digitale Edition Link folgt

J Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. Pal. germ. 406, fol. 2r – 45v

Handschrift J: UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 406, fol. 1v (lizensiert unter CC0 1.0) https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg406

Handschrift J (um 1475, nordbair., unbek. Schreiber) überliefert ausschließlich den hippiatrischen Teil aus Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Innerhalb der Handschrift sind noch weitere Texte tradiert, die dem Bereich der Rossheilkunde zugeordnet werden können. Neben Handschrift J überliefern auch die Handschriften K und L ausschließlich den hippiatrischen Teil und bilden somit eine eigene Überlieferungstradition. Dabei vermutet Lindner für die Handschriften J und K eine gemeinsame Quelle (vgl. Lindner 1962: 107). Zimmermann hingegen nimmt an, dass J die Vorlage für K war (vgl. Miller/Zimmermann 2007: 330). Bei den drei genannten Handschriften fehlen jeweils der Name Münsingers als Übersetzer sowie die Widmung an Ludwig I. (1412-1450). Lindner vermutet, dass in der breiten Masse der Überlieferungen an mittelalterlichen und frühneuzeitlichen hippiatrischen Texten noch weitere Abschriften des hippiatrischen Teils ausfindig gemacht werden könnten, die die Verbreitung des Münsingerschen Werkes im 15. und 16. Jahrhundert weiter vertiefen würden (vgl. Lindner 1962: 98f).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/10391
Digitalisat https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg406

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße 21 x 15,5 cm
Schriftraum 13,6-14,5 x 9,5-9,9 cm
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen 19-23
Entstehungszeit um 1475 (Miller/Zimmermann 2007: 323)
Entstehungsort Nordbayern (Neumarkt in der Oberpfalz?) (Miller/Zimmermann 2007: 323)
Schreibsprache nordbairisch (Miller/Zimmermann 2007: 323)
Schreiber/Hände eine Hand
Schrift Bastarda (Miller/Zimmermann 2007: 323)
Seitenumfang fol. 2r-45v
Version / Fassung J (nach: Lindner 1962: 79)
Kolophon -
Titel -
Incipit DIsser tayll ſaget von den pferdenn vnd iſt

getayllt Inn zway Capitll […]

(fol. 2r, 1-2)

Explicit xliii ¶ Zum letzten fur das kurne des pferdes /

(fol. 45v, 4)

Besitzeintrag Herczog Otten etc. ist das puch (fol. 115v, 21), vermutlich Pfalzgraf Otto II. von Mosbach-Neumarkt
Mitüberlieferung

Faszikel I

fol. 2r-45v Heinrich Münsinger, Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden

(Auszug hippiatrischer Teil)

fol. 46r-74v Anonyme Rossarznei
fol. 75v-107v Anonyme Rossarznei
fol. 108r-115v Anonyme Rossarznei
gedruckte Edition -
digitale Edition Link folgt

K Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. Pal. germ. 408, fol. 1v – 46v

Handschrift K: UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 408, fol. 1r (lizensiert unter CC0 1.0) https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg408

Handschrift K (vor 1499, nordbair., unbek. Schreiber) überliefert ausschließlich den hippiatrischen Teil aus Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Innerhalb der Handschrift sind noch weitere Texte tradiert, die dem Bereich der Rossheilkunde zugeordnet werden können. Neben Handschrift K überliefern auch die Handschriften J und L ausschließlich den hippiatrischen Teil und bilden somit eine eigene Überlieferungstradition. Dabei vermutet Lindner für die Handschriften J und K eine gemeinsame Quelle (vgl. Lindner 1962: 107). Zimmermann hingegen nimmt an, dass K eine Kopie der Handschrift J ist (vgl. Miller/Zimmermann 2007: 330). Bei den drei genannten Handschriften fehlen jeweils der Name Münsingers als Übersetzer sowie die Widmung an Ludwig I. (1412-1450). Lindner vermutet, dass in der breiten Masse der Überlieferungen an mittelalterlichen und frühneuzeitlichen hippiatrischen Texten noch weitere Abschriften des hippiatrischen Teils ausfindig gemacht werden könnten, die die Verbreitung des Münsingerschen Werkes im 15. und 16. Jahrhundert weiter vertiefen würden (vgl. Lindner 1962: 98f).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/10392
Digitalisat https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg408

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße 19,8 x 15,5 cm
Schriftraum 14,5-14,8 x 9,8-10 cm
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen 17-22
Entstehungszeit vor 1499 (Miller/Zimmermann 2007: 330)
Entstehungsort Süddeutschland (Miller/Zimmermann 2007: 330)
Schreibsprache nordbairisch (Vorlage?) (Miller/Zimmermann 2007: 330)
Schreiber/Hände eine Hand
Schrift Bastarda (Miller/Zimmermann 2007: 330)
Seitenumfang fol. 1v-46v
Version / Fassung K (nach: Lindner 1962: 80)
Kolophon -
Titel -
Incipit DIsser tayll ſagett von den pferden vnd iſt getaylt

jn zway capitel […]

(fol. 1v, 1-2)

Explicit […] vnd alſz vill

ſej geſagt von der erczney der pferdt des erſten

capitell

Sequitur

(fol. 46v, 20-23)

Mitüberlieferung

Faszikel I

fol. 1r-46v Heinrich Münsinger, Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden

(Auszug hippiatrischer Teil)

fol. 47r-60v Anonyme Rossarznei
fol. 61r-75v Anonyme Rossarznei
fol. 75v-82v Anonyme Rossarznei
fol. 83r-141v Iordanus Rufus, Hippiatria
fol. 142va-143va Johannes Hartlieb, Namenmantik
fol. 143vb Quinque vocales (?)
gedruckte Edition -
digitale Edition Link folgt

L Breslau / Wrocław, Universitätsbibliothek, Akc 1949/57, fol. 1r – 40r

früher: Görlitz, Bibliothek der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, A III. I. 23, fol. 1r – 40r, Papier, 1473

Handschrift L: Universitätsbibliothek Wrocław/Breslau, Akc 1949/57, fol. 1r (lizensiert unter: CC0 1.0) https://www.bibliotekacyfrowa.pl/dlibra/show-content/publication/edition/42397?id=42397

Handschrift L (1473, bair.-österr. mit mitteldt. Formen, Schreiber Wolfgang Aschel) überliefert ausschließlich den hippiatrischen Teil aus Münsingers Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden. Innerhalb der Handschrift sind noch weitere Texte tradiert, die dem Bereich der Rossheilkunde zugeordnet werden können. Neben Handschrift L überliefern auch die Handschriften J und K ausschließlich den hippiatrischen Teil und bilden somit eine eigene Überlieferungstradition. Bei den drei genannten Handschriften fehlen jeweils der Name Münsingers als Übersetzer sowie die Widmung an Ludwig I. (1412-1450). Lindner vermutet, dass in der breiten Masse der Überlieferungen an mittelalterlichen und frühneuzeitlichen hippiatrischen Texten noch weitere Abschriften des hippiatrischen Teils ausfindig gemacht werden könnten, die die Verbreitung des Münsingerschen Werkes im 15. und 16. Jahrhundert weiter vertiefen würden (vgl. Lindner 1962: 98f).

Informationen zum Codex

Handschriftencensus https://handschriftencensus.de/23784
Digitalisat https://www.bibliotekacyfrowa.pl/dlibra/show-content/publication/edition/42397?id=42397

Informationen zum Text

Beschreibstoff Papier
Blattgröße 21 x 16 cm
Schriftraum 15 x 9,5 cm
Spaltenzahl einspaltig
Zeilen meist 25
Entstehungszeit 1473 (vgl. fol. 89v)
Entstehungsort Neumarkt (wahrscheinlich in der Oberpfalz) (Rudolf 1978: 507)
Schreibsprache bairisch-österreichisch mit mitteldeutschen Formen (Eis 1940: Bl. 1)
Schreiber/Hände ein Schreiber: Wolfgang Aschel (vgl. fol. 89v)
Schrift folgt
Seitenumfang fol. 1r-40r
Version / Fassung L (nach: Lindner 1962: 80)
Kolophon […] vnd iſt

diſes puech geſchriben worden durch

wolffgang Aſchel granator

novaforo anno 1473 amen

(fol. 89v, 20-23)

Titel Diſes puch ſaget von den pferden

vnd iſt gemacht vnd getailt jn zway

tail vnd capitel […]

(fol. 1r, 1-3)

Incipit Jn dem Erſten capitel iſt zu wiſſen das

man die guten pferd auſz vierlay

mercken vnd erkennen ſol […]

(fol. 1r, 12-14)

Explicit […] vnd

alls vil ſey geſagt von der ertzney

der pferde des erſten tails

(fol. 40r, 13-15)

Mitüberlieferung fol. 1r-40r Heinrich Münsinger, Bůch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huͤnden

(Auszug hippiatrischer Teil)

fol. 40r-63v Rezeptsammlung, basierend auf Meister Albrant, Rossarzneibuch
fol. 63v-80r Pferdeheilkundliche Rezeptsammlung, mit Einsprengseln aus Meister Albrant, Rossarzneibuch
gedruckte Edition -
digitale Edition Link folgt

Literatur

  • Normdaten (Werk): GND: http://d-nb.info/gnd/1059473518
  • Backes, Martina: Das literarische Leben am kurpfälzischen Hof zu Heidelberg im 15. Jahrhundert, Tübingen 1992, S. 118f.
  • Buhl, Maria Sophie / Kurras, Lotte: Die Handschriften der ehemaligen Hofbibliothek Stuttgart, Bd. 4,2: Codices physici, medici, mathematici etc. (HB XI 1-56), Poetae (HB XII 1-23), Poetae Germanici (HB XIII 1-11), Vitae Sanctorum (HB XIV 1-28) (Die Handschriften der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart II,4,2), Wiesbaden 1969, S. 44, online unter: http://bilder.manuscripta-mediaevalia.de/bilder/hs-bilder/k/HSK0072_b044.jpg [23.04.2021]
  • Eis, Gerhard: Eine roßarzneikundliche Handschrift in Görlitz aus dem Jahre 1473 (Im Besitz der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften), in: Neues Lausitzisches Magazin 116 (1940), S. 53-57, online unter: https://www.bbaw.de/forschung/dtm/HSA/Goerlitz_700338750000.html [27.04.2021]
  • Keil, Gundolf: Heinrich Münsinger. In: Die Deutsche Literatur des Mittelalters: Verfasserlexikon, 2., völlig neu bearbeitete Auflage, Bd. 6, Berlin/New York 1992, Sp. 783-790.
  • Lindner, Kurt: Von Falken, Hunden und Pferden. Deutsche Albertus-Magnus-Übersetzungen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, Teil I und II (Quellen und Studien zur Geschichte der Jagd VII und VIII), Berlin 1962.
  • Meisner, Heinrich: Die Lobriser Handschrift von Heinrich Minsinger, in: Zeitschrift für deutsche Philologie 11 (1880), S. 480-482 (mit Teilabdruck der Widmung), online unter: https://archive.org/details/zeitschriftfrdph11berluoft/page/480/mode/2up [26.04.2021].
  • Menhardt, Hermann: Verzeichnis der altdeutschen literarischen Handschriften der österreichischen Nationalbibliothek; 2. Band (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin - Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Sprache und Literatur; 13), Berlin 1961, S. 1110-1111, online unter: http://bilder.manuscripta-mediaevalia.de/hs//katalogseiten/HSK0750b_b1110_jpg.htm [27.04.2021]
  • Miller, Matthias / Zimmermann, Karin: Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 182-303) (Kataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg VII), Wiesbaden 2005, S. 235f, S. 382-385, online unter: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/8469/1/codpalgerm_bd2.pdf [26.04.2021]
  • Miller, Matthias / Zimmermann, Karin: Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304-495) (Kataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg VIII), Wiesbaden 2007, S. 323-326, S. 330-333, online unter: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/8470/1/codpalgerm_bd3.pdf [27.04.2021]
  • Müller, Jan-Dirk: Naturkunde für den Hof. Die Albertus-Magnus- Übersetzungen des Werner Ernesti und Heinrich Münsinger. In: Wissen für den Hof. Der spätmittelalterliche Verschriftungsprozeß am Beispiel Heidelberg im 15. Jahrhundert. Hrsg. von Jan-Dirk Müller. (= Münstersche Mittelalter-Schriften 67). München 1994. S. 121-168.
  • Rudolf, Rainer: Wolfgang Aschel. In: Die Deutsche Literatur des Mittelalters: Verfasserlexikon, 2., völlig neu bearbeitete Auflage, Bd. 1, Berlin/New York 1978, Sp. 507f.
  • Staub, Kurt Hans / Sänger, Thomas: Deutsche und niederländische Handschriften. Mit Ausnahme der Gebetbuchhandschriften (Die Handschriften der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt 6), Wiesbaden 1991, S. 41 (Nr. 16), online unter: http://bilder.manuscripta-mediaevalia.de/bilder/hs-bilder/k/HSK0471_a041.jpg [23.04.2021]